
Entgegen der landläufigen Meinung ist integrierte Kommunikation weniger eine Frage der Tools als vielmehr eine der Orchestrierung.
- Fragmentierte Botschaften (Silo-Dissonanz) untergraben das Markenvertrauen und kosten Umsatz.
- Erfolg entsteht durch eine zentrale Kommunikations-Partitur, die jedem Kanal eine klare Rolle in der Marken-Symphonie zuweist.
Empfehlung: Wechseln Sie von der Rolle des Kanal-Managers zu der des Dirigenten. Definieren Sie zuerst die Melodie (Ihre Kernbotschaft), bevor Sie die Instrumente (Ihre Kanäle) spielen lassen.
Als Marketing-Verantwortlicher in der Schweiz kennen Sie das Gefühl: Sie jonglieren mit Instagram, LinkedIn, dem Unternehmensblog und dem wöchentlichen Newsletter. Jeder Kanal scheint ein Eigenleben zu führen, betreut von unterschiedlichen Teams oder Agenturen, jeder mit eigenen Zielen und KPIs. Das Ergebnis ist oft eine „Silo-Dissonanz“ – ein Störgeräusch aus widersprüchlichen Botschaften, das die Wahrnehmung Ihrer Marke beim Kunden verzerrt und schwächt. Man versucht, auf allen Kanälen präsent zu sein, vergisst dabei aber das Wichtigste: eine einheitliche Melodie zu spielen.
Die üblichen Ratschläge – konsistent sein, einen Content-Kalender führen – kratzen nur an der Oberfläche. Sie behandeln die Symptome, nicht die Ursache. Das Problem liegt tiefer, in der fehlenden strategischen Orchestrierung. Aber was, wenn der Schlüssel nicht darin liegt, jeden Kanal einzeln zu optimieren, sondern darin, als Dirigent zu agieren? Was, wenn Ihre Aufgabe darin besteht, aus den einzelnen Instrumenten eine harmonische Marken-Symphonie zu erschaffen, die im Schweizer Markt echten Anklang findet?
Dieser Artikel bricht mit der reinen Kanal-Perspektive. Wir betrachten integrierte Kommunikation aus der Sicht eines Orchesterleiters. Es geht darum, eine Kommunikations-Partitur zu entwickeln, die nicht nur sagt, *was* gespielt wird, sondern auch *wie* die einzelnen Instrumente zusammenspielen müssen, um ein unvergessliches Markenerlebnis zu schaffen – von der ersten Note auf Social Media bis zum letzten Akkord im Kundenservice. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Synergien zwischen Ihren Kanälen heben, eine kohärente Customer Journey gestalten und dabei Ihre authentischen Schweizer Wurzeln stärken.
Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Phasen der strategischen Orchestrierung. Die folgende Übersicht zeigt die einzelnen Sätze unserer Kommunikations-Symphonie, die Sie Schritt für Schritt zu einem harmonischen Markenerlebnis führen.
Inhaltsverzeichnis: Die Partitur für Ihre integrierte Kommunikation
- Warum widersprüchliche Botschaften auf Insta und LinkedIn Ihre Marke schwächen
- Wie koordinieren Sie Themen über Blog, Newsletter und Social Media gleichzeitig?
- Inhouse-Allrounder oder Agentur-Experten: Wer sichert die Integration besser?
- Der Fehler, Kanäle gegeneinander auszuspielen statt Synergien zu nutzen
- Wann müssen Sie alle Kanäle gleichzeitig „feuern“ lassen?
- Das Risiko, online freundlich zu sein, aber am Telefon ruppig
- Wie erstellen Sie einen Jahresplan in 3 Tagen mit einem kleinen Team?
- Wie modernisieren Sie Ihre Corporate Identity, ohne Ihre traditionellen Schweizer Wurzeln zu kappen?
Warum widersprüchliche Botschaften auf Insta und LinkedIn Ihre Marke schwächen
Stellen Sie sich vor, Ihre Marke tritt auf LinkedIn als seriöser B2B-Experte auf, während sie auf Instagram einen verspielten, jugendlichen Ton anschlägt. Für sich genommen mag jede Darstellung legitim sein. Zusammen erzeugen sie jedoch eine Silo-Dissonanz: eine kognitive Reibung beim Kunden, die Verwirrung stiftet und das Vertrauen untergräbt. Jede Inkonsistenz ist ein Riss im Fundament Ihrer Markenidentität. Dieser Mangel an Kohärenz ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern hat direkte finanzielle Auswirkungen. Einer Studie zufolge führen inkonsistente Botschaften zu einer Kaufabbruchquote von 40%.
Das visuelle Erscheinungsbild ist hierbei nur die Spitze des Eisbergs. Die wahre Dissonanz entsteht, wenn die Kernwerte, das Preisversprechen oder der Service-Anspruch zwischen den Kanälen variieren. Die Konsequenz ist eine fragmentierte Customer Journey, die den Kunden zwingt, selbst die Puzzleteile Ihrer Marke zusammenzusetzen – eine Aufgabe, die die wenigsten übernehmen werden.

Wie die gespaltene Darstellung oben verdeutlicht, führt eine inkonsistente Kommunikation zu einer gespaltenen Wahrnehmung. Umgekehrt wird Harmonie belohnt. Omnichannel-Käufer, die eine konsistente Markenerfahrung erleben, geben deutlich mehr aus. Laut dem Jahresbericht 2024 des Schweizer Handelsverbands belief sich der durchschnittliche Wert pro Kunde im Omnichannel auf 203.91 EUR, was einer Steigerung von 14% gegenüber 2021 entspricht. Ein konsistentes Markenerlebnis ist somit kein „Nice-to-have“, sondern ein messbarer Umsatztreiber.
Fallbeispiel: Migros‘ Omnichannel-Dominanz in der Schweiz
Eine Studie der Universität St.Gallen zeigt, dass die Migros von 51% der Schweizer Konsumenten als führender Omnichannel-Anbieter wahrgenommen wird. Durch eine durchweg konsistente Markenbotschaft über alle Kanäle hinweg – von der App über die Filiale bis zum Online-Shop – stärkt das Unternehmen seine Position und schafft ein nahtloses Kundenerlebnis, das Vertrauen und Loyalität fördert.
Wie koordinieren Sie Themen über Blog, Newsletter und Social Media gleichzeitig?
Die Lösung für die Silo-Dissonanz liegt in der bewussten Orchestrierung. Statt isolierter Content-Pläne für jeden Kanal benötigen Sie eine zentrale Kommunikations-Partitur. Dieses strategische Dokument ist mehr als ein Kalender; es definiert die übergeordneten Themen (die Melodie), die Rollen der einzelnen Kanäle (die Instrumente) und das Timing ihres Zusammenspiels. Es ist das Drehbuch für Ihre gesamte Markenkommunikation. Der erste Schritt zur Erstellung dieser Partitur ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Doch genau hier hapert es oft.
Überraschenderweise fehlt vielen Unternehmen die strategische Grundlage für eine solche Planung. Eine aktuelle Studie der FHNW zeigt, dass nur 50% der Schweizer KMU regelmässige Markt- und Konkurrenzanalysen durchführen – die Basis für jede fundierte Content-Strategie. Ohne dieses Fundament bleibt die Koordination reaktiv und zufällig.
Die Orchestrierung beginnt mit der Definition von 3-5 strategischen Leuchtturm-Themen für ein Quartal oder Halbjahr. Dies sind die grossen Geschichten, die Sie erzählen wollen. Ein einziges Leuchtturm-Thema – zum Beispiel „Nachhaltigkeit in der Produktion“ – wird dann für jeden Kanal spezifisch adaptiert:
- Blog: Ein ausführlicher Artikel über die Materialbeschaffung und den CO2-Fussabdruck.
- LinkedIn: Ein Fachbeitrag des CEOs über die wirtschaftlichen Vorteile nachhaltiger Prozesse.
- Instagram: Eine Story-Serie, die Mitarbeiter in der nachhaltigen Produktion zeigt, und ein Reel, das den Recycling-Prozess visualisiert.
- Newsletter: Ein exklusiver Einblick in die Nachhaltigkeits-Roadmap mit einem Aufruf zur Teilnahme an einer Umfrage.
So spielt jedes Instrument seine Stärken aus, trägt aber zur selben Melodie bei. Tools wie Notion, Asana oder spezialisierte Plattformen wie Swat.io können helfen, diese Partitur zu visualisieren und die Zusammenarbeit zu organisieren. Regelmässige, kurze Redaktionsmeetings (z.B. wöchentlich 30 Minuten) sind unerlässlich, um das Orchester im Takt zu halten und auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können.
Inhouse-Allrounder oder Agentur-Experten: Wer sichert die Integration besser?
Ein Dirigent ist nur so gut wie sein Orchester. Die Frage, wer die Instrumente spielen soll – ein internes Team von Generalisten oder ein Ensemble externer Agentur-Spezialisten – ist für jeden CMO zentral. Beide Modelle haben ihre Berechtigung, doch die Wahl hängt stark von Ihren Zielen, Ressourcen und Ihrer Unternehmenskultur ab. Die entscheidende Frage ist nicht „wer ist besser?“, sondern „wer kann die Kommunikations-Partitur am harmonischsten umsetzen?“.
Ein Inhouse-Team lebt und atmet die Marke. Die Teammitglieder verfügen über ein tiefes, oft implizites Wissen über die Unternehmenskultur und die Produkte. Ihre Reaktionszeiten sind kurz, und die direkte Kommunikation fördert eine natürliche Integration. Die Gefahr liegt in der „Betriebsblindheit“ und einem Mangel an spezialisiertem Know-how für Nischenkanäle. Der Agentur-Experte hingegen bringt frische Perspektiven, tiefes Spezialwissen und Skalierbarkeit. Er kennt die neuesten Trends und Tools. Die Herausforderung besteht darin, das tiefe Markenverständnis sicherzustellen und die Koordination zwischen mehreren spezialisierten Agenturen zu meistern, um eine neue Form von Silos zu vermeiden.
Die folgende Gegenüberstellung, basierend auf einer Analyse der Omnichannel-Readiness in der Schweiz, hilft bei der strategischen Entscheidung:
| Kriterium | Inhouse-Team | Externe Agentur |
|---|---|---|
| Kosten | Fixkosten ab CHF 80’000/Jahr | Variable Kosten ab CHF 5’000/Monat |
| Markenwissen | Sehr hoch (100%) | Mittel (60-70%) |
| Flexibilität | Mittel | Hoch |
| Spezialisierung | Generalistisch | Hochspezialisiert |
| Reaktionszeit | Sehr schnell | 24-48 Stunden |
Eine hybride Lösung gewinnt zunehmend an Bedeutung: Ein kleiner, strategischer Inhouse-Kern, der die Marken-DNA und die Partitur hütet, wird durch externe Spezialisten für bestimmte Kanäle oder Projekte ergänzt. In dieser Konstellation agiert der CMO klar als Dirigent, der die verschiedenen Musiker – intern wie extern – zu einem harmonischen Ganzen zusammenführt. Wie Marc K. Peter von der FHNW betont, wird die datengetriebene Steuerung dabei immer wichtiger:
Die KMU müssten das Potenzial digitaler Technologien stärker ausschöpfen und sich Gedanken machen, wie sie Daten strategisch für den zukünftigen Einsatz von künstlicher Intelligenz nutzen können.
– Marc K. Peter, FHNW Hochschule für Wirtschaft
Der Fehler, Kanäle gegeneinander auszuspielen statt Synergien zu nutzen
Ein weit verbreiteter strategischer Fehler ist es, den Erfolg von Kommunikationskanälen isoliert zu bewerten und sie in einen internen Wettbewerb um Budgets und Ressourcen zu schicken. „Bringt Instagram mehr Leads als der Blog?“ ist die falsche Frage. Sie führt unweigerlich zu Silo-Denken und zerstört Synergien. Ein Orchester funktioniert nicht, indem man die Geigen gegen die Posaunen ausspielt. Es funktioniert, weil ihr Zusammenspiel einen Resonanzraum schafft – einen Klang, der grösser ist als die Summe seiner Teile.
Integrierte Kommunikation zielt darauf ab, genau diesen Resonanzraum zu schaffen. Jeder Kanal hat eine einzigartige Rolle in der Customer Journey. Der Blog baut Expertise auf und generiert organischen Traffic, Social Media schafft Awareness und Community-Bindung, und der Newsletter pflegt die direkte Kundenbeziehung. Sie beeinflussen sich gegenseitig. Ein überzeugender Blogartikel kann als Grundlage für eine ganze Woche an Social-Media-Inhalten dienen, die wiederum neue Abonnenten für den Newsletter gewinnen.

Die Vernetzung der Kanäle, wie im Bild oben symbolisiert, ist der Schlüssel. Kunden denken nicht in Kanälen, sie erleben eine Marke. Die Omnichannel-Studie 2024 zeigt, dass der durchschnittliche Warenkorb von Kunden, die sechs oder mehr Kontaktpunkte nutzen, bei 295.45 EUR liegt, verglichen mit nur 130.17 EUR bei Kunden mit einem einzigen Kontaktpunkt. Jeder zusätzliche, kohärente Touchpoint erhöht nicht nur die Kaufwahrscheinlichkeit, sondern auch den Wert des Kunden.
Fallbeispiel: Engineered SA aus Yverdon-les-Bains
Das Schweizer KMU Engineered SA hat während der COVID-Krise die Synergie zwischen seinen Kanälen meisterhaft genutzt. Durch die intelligente Verknüpfung von E-Commerce (für die Marke Wattson Audio), Social Media und Fach-Content-Marketing konnte das Unternehmen neue B2C-Kundensegmente erschliessen, die zuvor nur über B2B-Kanäle erreichbar waren. Diese Multi-Channel-Transformation machte das Unternehmen resilienter und unabhängiger von einzelnen Vertriebswegen.
Wann müssen Sie alle Kanäle gleichzeitig „feuern“ lassen?
Es gibt Momente in der Kommunikations-Symphonie, die ein „Tutti“ erfordern – ein Crescendo, bei dem alle Instrumente gleichzeitig mit voller Kraft spielen. Diese Momente maximaler Aufmerksamkeit sind selten und müssen sorgfältig geplant werden, um ihre Wirkung nicht zu verpuffen. Ein solch koordinierter „Big Bang“ eignet sich für strategisch entscheidende Anlässe, die eine breite und schnelle Marktdurchdringung erfordern.
Typische Anlässe für einen solchen synchronisierten Kampagnen-Launch sind:
- Die Einführung eines neuen Flaggschiff-Produkts.
- Der Eintritt in einen neuen Markt oder eine neue Zielgruppe.
- Grosse saisonale Kampagnen (z.B. Weihnachtsgeschäft).
- Wichtige Unternehmensankündigungen wie eine Fusion oder ein Rebranding.
- Die Reaktion auf eine akute Krise, um die Deutungshoheit zu behalten.
Ein solcher Launch ist keine spontane Aktion, sondern der Höhepunkt einer wochenlangen, minuziösen Vorbereitung. Alle Inhalte – von der Pressemitteilung über die Social-Media-Anzeigen bis zur Landingpage – müssen vorab erstellt und aufeinander abgestimmt sein. Der Launch-Tag selbst ist wie ein Konzertbeginn: Alles muss auf die Sekunde genau zusammenspielen. Eine entscheidende, oft unterschätzte Komponente in der Schweiz ist dabei die Integration der physischen Welt. Die Idee, dass alles nur noch online stattfindet, ist ein Trugschluss. Der stationäre Handel spielt eine zentrale Rolle im Omnichannel-Erlebnis. Die HSG-Studie 2024 belegt, dass 62% der Konsumenten in der DACH-Region nach wie vor stationäre Läden als Teil ihrer Kaufentscheidung nutzen – eine Steigerung von 4% gegenüber 2021. Ein „Big Bang“ muss also auch die Filiale, das Event oder den Point of Sale miteinbeziehen.
Das Ziel ist es, in kurzer Zeit einen so hohen „Lärmpegel“ zu erzeugen, dass die Botschaft unüberhörbar wird und virale Effekte auslöst. Nach dem Crescendo folgt jedoch eine ebenso wichtige Phase: das Monitoring und die Optimierung in Echtzeit, um das Momentum aufrechtzuerhalten.
Das Risiko, online freundlich zu sein, aber am Telefon ruppig
Die schönste Symphonie kann durch einen einzigen falschen Ton ruiniert werden. In der integrierten Kommunikation ist dieser falsche Ton oft der menschliche Kontaktpunkt, der nicht mit der sorgfältig polierten Online-Präsenz harmoniert. Ein freundlicher, hilfsbereiter Chatbot und eine ansprechende Website sind wertlos, wenn der Kunde am Telefon auf einen schlecht informierten oder unfreundlichen Mitarbeiter trifft. Dieser Bruch in der Klangfarbe der Marke zerstört das Vertrauen sofort und nachhaltig.
Jeder einzelne Mitarbeiter mit Kundenkontakt ist ein Musiker in Ihrem Orchester – vom Social-Media-Manager über den Vertriebsmitarbeiter bis hin zum Kundendienst am Telefon. Die Konsistenz des Markenerlebnisses hängt davon ab, ob sie alle nach derselben Partitur spielen und dieselbe Haltung verkörpern. Inkonsistenz an dieser kritischen Schnittstelle ist besonders gefährlich, da hier eine emotionale Verbindung aufgebaut oder zerstört wird. Laut der Omni-Channel Management Studie 2024 ereignen sich 67% aller abgebrochenen Einkäufe im Online-Bereich, oft aufgrund von Unsicherheiten oder unbeantworteten Fragen. Ein inkonsistenter oder schlechter Service an einem anderen Touchpoint kann diese Unsicherheit massiv verstärken.
Die Lösung liegt in der systematischen Schulung und einem gemeinsamen Werteverständnis. Es reicht nicht, dem Kundendienst ein Skript zu geben. Sie müssen die Markenwerte verstehen und leben. Regelmässige Trainings, der Austausch von Best Practices zwischen den Abteilungen (z.B. Social Media und Kundendienst) und Mystery-Shopping-Tests sind effektive Instrumente, um die Servicequalität kanalübergreifend zu synchronisieren.
Fallbeispiel: dm-drogerie markt und die emotionale Verbindung
dm-drogerie markt, auch in der Schweiz sehr erfolgreich, implementierte das Konzept „Verbinden – verstehen – verzaubern“ als Leitfaden für alle Kundeninteraktionen. Durch systematische Schulungen aller Mitarbeiter, von der Filiale bis zum Servicecenter, und die Integration von Online-Feedback in die Telefon-Service-Trainings, wurde ein durchweg positives und konsistentes Kundenerlebnis geschaffen. Das Resultat war eine messbare Steigerung der Kundenzufriedenheit um 23%.
Wie erstellen Sie einen Jahresplan in 3 Tagen mit einem kleinen Team?
Die Idee, eine umfassende Kommunikations-Partitur für ein ganzes Jahr zu erstellen, kann gerade für kleine Teams in Schweizer KMU überwältigend wirken. Doch es braucht keine monatelangen Sitzungen. Mit einem strukturierten, intensiven Workshop-Format – einem 3-Tages-Sprint – lässt sich ein robuster und agiler Jahresplan entwickeln. Dieser Ansatz bündelt die Energie des Teams, fördert kreative Lösungen und sorgt für ein gemeinsames Commitment.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der klaren Struktur des Sprints. Anstatt sich in Details zu verlieren, konzentriert sich das Team auf die grossen strategischen Weichenstellungen. Die Nutzung von digitalen Tools und SaaS-Lösungen ist hierbei kein Selbstzweck, sondern ein Effizienztreiber. Eine Analyse des Berner Technologieparks zeigt, dass 89% der Unternehmen durch den Einsatz von SaaS-Lösungen Kosten einsparen und agiler werden können. Tools für die Zusammenarbeit (wie Miro oder Conceptboard) und die Planung (wie Asana oder Notion) sind im Sprint unverzichtbar.
Der 3-Tages-Sprint ist mehr als nur eine Planungsübung; er ist ein Teambuilding-Event, das sicherstellt, dass alle Musiker die Partitur nicht nur kennen, sondern auch verstehen und mittragen. Das Ergebnis ist kein starres Dokument, sondern ein flexibler Rahmen, der monatlich überprüft und angepasst wird.
Ihr Aktionsplan: Der 3-Tages-Sprint für die Jahresplanung
- Tag 1 (Analyse & Standortbestimmung): Erfassen Sie den IST-Zustand, bewerten Sie Ihren digitalen Reifegrad (z.B. mit dem FHNW-Canvas) und definieren Sie klare Ziele sowie die Zielgruppen für das kommende Jahr.
- Tag 2 (Kreation & Priorisierung): Führen Sie ein intensives Brainstorming durch, um Ideen für Leuchtturm-Themen zu sammeln. Nutzen Sie anschliessend eine Impact/Effort-Matrix, um die 3-5 wichtigsten Themen für das Jahr zu priorisieren.
- Tag 3 (Planung & Konkretisierung): Weisen Sie den priorisierten Themen Ressourcen und Budgets pro Quartal zu. Erstellen Sie einen „One-Page-Strategy-Canvas“, der die gesamte Strategie auf einer Seite zusammenfasst, und legen Sie messbare KPIs fest.
- Integration in den Alltag: Planen Sie feste monatliche oder quartalsweise Review-Meetings ein, um den Fortschritt zu kontrollieren, Erfolge zu feiern und den Plan agil an neue Gegebenheiten anzupassen.
- Tool-Implementierung: Übertragen Sie den fertigen Plan in ein zentrales, für alle zugängliches digitales Tool, um die tägliche Orchestrierung und Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Das Wichtigste in Kürze
- Vom Manager zum Dirigenten: Erfolgreiche integrierte Kommunikation erfordert einen Perspektivwechsel – weg von der Verwaltung einzelner Kanäle, hin zur strategischen Orchestrierung eines harmonischen Markenerlebnisses.
- Die Partitur ist entscheidend: Ein zentraler, strategischer Plan (die Kommunikations-Partitur) ist wichtiger als jedes einzelne Tool. Er definiert die Melodie (Botschaft) und die Rolle jedes Instruments (Kanals).
- Synergie schlägt Silo: Hören Sie auf, Kanäle gegeneinander auszuspielen. Ihr wahres Potenzial entfalten sie im Zusammenspiel, indem sie einen Resonanzraum schaffen, der die Markenwahrnehmung verstärkt.
Wie modernisieren Sie Ihre Corporate Identity, ohne Ihre traditionellen Schweizer Wurzeln zu kappen?
Die grösste Herausforderung für viele etablierte Schweizer Marken ist die Balance zwischen Tradition und Moderne. Wie kann man die eigene Identität digitalisieren und modernisieren, ohne die über Jahrzehnte aufgebauten Werte wie Qualität, Präzision und Verlässlichkeit zu verraten? Die Antwort liegt nicht im radikalen Bruch, sondern in der intelligenten Evolution. Es geht darum, die bewährte Melodie nicht zu ersetzen, sondern sie mit neuen Instrumenten und Harmonien anzureichern.
Eine erfolgreiche Modernisierung respektiert die Marken-DNA. Statt bewährte Elemente über Bord zu werfen, werden sie in einen neuen Kontext gesetzt. Das traditionelle Logo kann durch eine dynamische, digitale Variante ergänzt werden. Die bekannte „Swissness“ kann durch Geschichten über digitale Innovation „Made in Switzerland“ neu aufgeladen werden. Wie der Berner Technologiepark treffend formuliert, geht es um Ergänzung, nicht um Ersatz.
Unternehmen mit datengetriebenen Dienstleistungen erzielen höhere Margen. Die Digitalisierung schafft neue Geschäftsmodelle, die klassische Angebote ergänzen, nicht ersetzen.
– Berner Technologiepark, Leitfaden Digitale Transformation für KMU
Der Schlüssel liegt darin, die digitalen Kanäle nicht nur als Werbefläche zu nutzen, sondern als Möglichkeit, den Kernwert der Marke – zum Beispiel Präzision – erlebbar zu machen. Ein Uhrenhersteller kann dies durch eine App mit Augmented Reality tun, ein Werkzeughersteller durch die Integration von IoT-Sensoren, die den Anwendern präzise Nutzungsdaten liefern.
Fallbeispiel: Swiss Tools – Tradition trifft IoT
Das Berner Traditionsunternehmen Swiss Tools ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Modernisierung. Anstatt nur ihre klassischen Präzisionswerkzeuge zu bewerben, integrierte das Unternehmen digitale Komponenten wie IoT-Sensoren direkt in die Produkte. Dies ermöglichte neue, datengetriebene Dienstleistungen für B2B-Kunden (z.B. vorausschauende Wartung). Gleichzeitig wurde das traditionelle Schweizer Qualitätsversprechen beibehalten und sogar gestärkt. So konnte Swiss Tools neue Märkte erschliessen, ohne die Loyalität der Stammkunden zu verlieren.
Die Rolle des CMOs hat sich gewandelt. Es reicht nicht mehr aus, ein guter Manager zu sein. Die Zukunft gehört den Dirigenten – denjenigen, die aus der Kakophonie der Kanäle eine klare, kraftvolle und unvergessliche Marken-Symphonie erschaffen. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre eigene Kommunikations-Partitur zu schreiben und Ihr Orchester zu Höchstleistungen zu führen.